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{{Infobox Sprache
|Sprache = Deutsch
|Länder = (Elsass und Lothringen)

außerdem von Minderheiten in zahlreichen weiteren süd-, mittel- und osteuropäischen Staaten (vor allem um Oppeln und in Siebenbürgen), in Zentralasien sowie im südlichen Afrika (neben Namibia auch Südafrika) und von Auswanderern in Übersee (insbesondere auf dem amerikanischen Kontinent)
|Sprecher = geschätzt etwa 90 bis 105 Millionen Muttersprachler weltweit,<ref name="Länderkunde">Thomas Marten, Fritz Joachim Sauer (Hrsg.): ''Länderkunde Deutschland, Österreich und Schweiz (mit Liechtenstein) im Querschnitt.'' Inform-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-9805843-1-3, S.?7.</ref><ref name="sprachkreis-deutsch.ch"></ref> etwa 80?Millionen Zweit- und Fremdsprachler weltweit,<ref name="sprachkreis-deutsch.ch" /> davon mindestens 55 Millionen allein in der Europäischen Union (nach ''Eurobarometer'')
|Klassifikation = * Indogermanische Sprachen
|KSprache = Deutsch
|Amtssprache = <small>(Amts- und Arbeitssprache)</small><hr /> Auf lokaler Ebene:

|Weiteres = (englisch). Abgerufen am 13. November 2009.</ref></small>
|Minderheitensprache =




|ISO1 = de
|ISO2B = ger
|ISO2T = deu
|ISO3 = deu
|SIL = deu (alt GER)
}}

Die '''deutsche Sprache''' bzw. '''Deutsch''' (; abgekürzt ''dt.'' oder ''dtsch.'') ist eine westgermanische Sprache.

Ihr Sprachraum umfasst Deutschland, Österreich, die Deutschschweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien, Südtirol, das Elsass und Lothringen sowie Nordschleswig. Außerdem ist sie eine Minderheitensprache in einigen europäischen und außereuropäischen Ländern, z.?B. in Rumänien und Südafrika, sowie Nationalsprache im afrikanischen Namibia.

Die Standardsprache, das ''Standarddeutsche'', setzt sich aus Standardvarietäten der Dachsprache zusammen. Der deutsche Sprachraum bestand ursprünglich allein aus einer Vielzahl von hochdeutschen und niederdeutschen Dialekten, die innerhalb des kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums miteinander verbunden sind.

Die Germanistik erforscht, dokumentiert und vermittelt die deutsche Sprache und Literatur in ihren historischen und gegenwärtigen Formen.

Definition

mini|hochkant=1.2| <div>Deutsch-niederländisches Sprachgebiet mit den folgenden [[Deutsche Dialekte|dialektalen Großgruppen:

</div>
Das ehemalige deutsche Sprachgebiet in Ostmitteleuropa ist aufgehellt dargestellt.
<div>Kontinentalwestgermanische Sprachen, die nicht zum deutsch-niederländischen Dialektkontinuum gehören:</div>

]]

Unter dem Begriff ?deutsche Sprache? wird heute primär die auf der Grundlage von mitteldeutschen und oberdeutschen Dialekten entstandene hochdeutsche Standardsprache (Standardhochdeutsch) verstanden. Die Dialekte (Mundarten) des Dialektkontinuums werden dagegen nur teilweise von dieser Sprache überdacht.

Zum Deutschen werden darüber hinaus die historischen Vorgängersprachen ) innerhalb des Geltungsbereiches der deutschen Standardsprache.

Das Luxemburgische sowie manche Auswandererdialekte (z.?B. Pennsylvania Dutch) oder Übergangsdialekte (z.?B. Kollumerpompsters) gehen zurück auf Varietäten des Dialektkontinuums.

Das Jiddische, das auf das Mittelhochdeutsche zurückgeht, hat sich vor allem unter slawischen und hebräischen Einflüssen eigenständig und mit einer eigenen Schriftsprache weiterentwickelt und auch die lexikalisch auf dem Deutschen basierende Kreolsprache Unserdeutsch.

Glottonyme

Das Wort ?deutsch?

Das Wort oder Glottonym (Sprachname) ''deutsch'' hat sich aus dem germanischen ''*þeuð?'' ,Volk?, ahd. ''thiota, thiot'' und dem daraus abgeleiteten Adjektiv ahd. ''thiutisk'' (um 1000), mhd. ''diutisch, diutsch, tiutsch, tiusch'' entwickelt. Es bedeutet so viel wie ,zum Volk gehörig? und entwickelte sich zu einer Bezeichnung für die Sprache der germanischen Stämme Mitteleuropas, die im Gegensatz zur Sprache der angrenzenden romanischen Bevölkerung und zum Latein stand.<ref name=Pfeifer>Eintrag ?deutsch? beim ''Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache'' (nach Wolfgang Pfeifer: ''Etymologisches Wörterbuch'').</ref>

Eine parallele Bildung ist schon im gotischen Adverb ''þiudisk?'' belegt, mit dem der griechische Ausdruck ''ethnik?s'' (???????) ,heidnisch? übersetzt wurde. Später wurde auch das altenglische ''þ?odisc'' in gleicher Weise für lat. ''gent?lis'' ,heidnisch? verwendet.<ref name=Pfeifer /> In seiner lateinischen Form ''theodisce'' findet man das Wort erstmals in einem Synodenbericht des päpstlichen Nuntius Gregor von Ostia aus dem Jahre 786:<blockquote>?[...] et in conspectu concilii clara voce singula capitula perlecta sunt et tam latine quam theodisce [...]"

?[...] und im Konziliarsplenum werden mit lauter Stimme die einzelnen Kapitel gelesen, sowohl auf Lateinisch als auch in der Sprache des Volkes [...]"</blockquote>Dieser Bericht über zwei Synoden, die in England stattfanden, wurde sowohl auf Lateinisch als auch in der Sprache des Volkes verlesen. Aus dem Kontext geht hervor, dass hier die altenglische Sprache im Gegensatz zu dem vom Klerus verwendeten Latein gemeint war.<ref name="Pfeifer" /> Nur zwei Jahre jünger ist der erste Beleg aus dem kontinental-germanischen Sprachgebiet, als in einer Anklage gegen den baierischen Herzog Tassilo III. auf dem Reichstag zu Ingelheim eine germanische Übersetzung für dessen angebliche

Seit :

Seit dieser Zeit begann zudem die althochdeutsche Form ''diutisc'' das mittellateinische ''theodiscus'' zu verdrängen. So erscheint neben ''theodiscus'' seit etwa 880 auch mittellateinisch ''diutiscus, tiutiscus''.<ref name=Pfeifer /> Das Althochdeutsche, auf das sich der Wortgebrauch seit dem 9.?Jahrhundert verengte, bestand aus verschiedenen Mundarten. Erst um die Mitte des 12.?Jahrhunderts entwickelte sich im mittelrheinischen Gebiet eine einheitlichere mittelhochdeutsche Dichter- und Literatursprache, die uns in der klassisch höfischen Ritterliteratur begegnet, in der sich auch Reflexe der französischsprachigen Ritterepik finden. Begründet und getragen wurde diese Dichtung und die mit ihr verbundene überregionale Dichtersprache vor allem vom aufstrebenden Adel, der sich damit zugleich vom Volk abhob, das natürlich weiterhin an seinen regionalen Dialekte festhielt.

Das Gebiet, in dem diese sprachlichen Varietäten, die ein zusammenhängendes Dialektkontinuum bildeten und in den damals gesprochenen Sprachstufen des Kontinentalgermanischen einheitlich als ?deutsch? bezeichnet wurden, gesprochen wurden, wurde anfangs im Plural als ''diutschiu lant'' bezeichnet. Doch verwendet schon der Verfasser des ''Annoliedes'' (um 1085) aus dem Kloster Siegburg ''diutisc'' auch im Singular und stellt einen Zusammenhang von Sprache, Volk und Land her:

Die Zusammenschreibung der Landesbezeichnung (zunächst im Sinne von ?deutscher Sprachraum?) begegnet erstmals im spätmittelhochdeutschen ''Tiutschland'' und setzte sich seit dem 16.?Jahrhundert allgemein durch.<ref name=Pfeifer />

Bezeichnungen des Deutschen in anderen Sprachen

Aufgrund der wechselhaften politischen Geschichte des deutschen Sprachraums sowie seiner Mittellage zwischen den Gebieten romanischer und slawischer Sprachen gibt es mehr unterschiedliche Formen für den Namen der deutschen Sprache als für die meisten anderen Sprachen der Welt. Allgemein kann man die Namen der deutschen Sprache aber aufgrund ihrer Herkunft in sechs Gruppen zusammenfassen:

Vom Wort ?deutsch? abgeleitete Glottonyme

Diese Gruppe wird zunächst von den anderen germanischen Sprachen gebildet:
Daneben erscheinen Ableitungen vom Wort ?deutsch? auch in einigen romanischen Sprachen:
Darüber hinaus:
  • Chinesisch: ''déy?'' <small>(''dé[yìzhì]'' = Lautübertragung des Wortes ?deutsch?; ''y?'' ?Sprache?)</small>
  • Vietnamesisch: '' wie im chinesischen Namen)</small>
  • Japanisch: ''doitsu-go'' <small>(''doitsu'' = Lautübertragung des Wortes ?deutsch?; ''go'' ?Sprache?)</small>
  • Aussprache: ?? ''eo.'')</small>
  • Nordsamisch: ''duiskkagiella'' oder ''tuiskkagiella''
  • Taiwanisch: ''dik-gok ue'' ()

Vom Wort ?Sachsen? abgeleitete Glottonyme

Mit ?Sachsen? ist das historische Volk der Sachsen gemeint, das den heutigen niedersächsischen Sprachraum besiedelte.

In der irischen und walisischen Sprache bezeichnen die Worte ''Sasanach'' bzw. ''Saesneg'' die Angelsachsen bzw. die heutigen Engländer.

Vom Wort ?*n?m?c?? abgeleitete Glottonyme

In den slawischen Sprachen kann der Begriff für ?deutsch? auf die urslawische Wurzel ''*n?m-'' für ?stumm? zurückverfolgt werden. Dies war ursprünglich eine allgemeine Bezeichnung für alle Fremden aus dem europäischen Westen, welche die slawischen Sprachen nicht verstanden und mit denen die Kommunikation dadurch schwierig bis unmöglich war (vgl. griechisch ''barbaros''). Eine Ausnahme bildet das Mazedonische, in dem sich der Begriff ''germanski ()'' durchgesetzt hat.

In teilweise von slawischen Lehnwörtern geprägten Sprachen wie dem Ungarischen oder dem Kasachischen entstanden ähnlich lautende Begriffe, wie ungarisch '''' ersetzt. Die gegenwärtig gebrauchten Übersetzungen der ?deutsch[en Sprache]? sind:

Der arabische Begriff für Österreich ''an-Nims?'' () wurde ebenfalls den slawischen Sprachen entlehnt.

Beispiele für den Familiennamen ?Deutscher? sind u.?a. der polnische Radrennfahrer Przemys?aw Niemiec, der slowakische Fußballspieler Adam Nemec, der deutsche Jurist Reinhard Nemetz oder, in der movierten Form einer weiblichen Namensträgerin, die tschechische Schriftstellerin Bo?ena N?mcová.

Vom Wort ?Alamannen? abgeleitete Glottonyme

Die Alamannen waren eine Bevölkerungsgruppe des westgermanischen Kulturkreises, deren Gebiet sich an der Grenze zum ?Welschland? (Frankreich, Italien) befand. Die Bezeichnung ''Alemannisch'' für das Deutsche verbreitete sich in erster Linie über das Französische.

Vom Wort ?Germanen? abgeleitete Glottonyme

Die Verwendung von ?Germane? oder ?Germania? ist eine eher jüngere Erscheinung, die im Gefolge der Renaissance zu suchen ist. Die Verbreitung in außereuropäische Sprachen geschah vor allem über das Englische.

Sonderformen

  • liche Bezeichnung für deutschsprachige Länder.
'''Bezeichnungen in den baltischen Sprachen'''
'''Gebärdensprachen'''
  • In der deutschen, britischen und einigen weiteren Gebärdensprachen ist die Gebärde für ''Deutsch'' ein an die Stirn gelegter und nach oben gestreckter Zeigefinger, der die preußische Pickelhaube nachahmt.

Geschichte

Die Geschichte der (hoch-)deutschen Sprache wird häufig in vier Abschnitte (Sprachstufen) unterteilt:

Nieder- und Hochdeutsch

Die verschiedenen Varianten der deutschen Sprache werden in zwei Abteilungen zusammengefasst, in Hochdeutsch und in Niederdeutsch. Als hochdeutsche Sprache bezeichnet man zunächst alle kontinentalwestgermanischen Dialekte, die im frühen Mittelalter an der zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung beteiligt waren (Alemannisch, Bairisch, Ost-, Rhein-, Mittelfränkisch, Ostmitteldeutsch = ober- und mitteldeutsche Mundarten = hochdeutsche Mundarten). Die kontinentalwestgermanischen Dialekte, die diese zweite Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht haben, bezeichnet man seit der frühen Neuzeit als niederdeutsche Sprachen (Niedersächsisch und Niederfränkisch).

Da während des ganzen Mittelalters im Unterschied zu den romanisch- oder slawischsprachigen Nachbarländern in dem ?Land der Deutschen? (deutscher Sprachraum) stark territorial zersplitterte politische Strukturen existierten, entwickelten sich die zum Teil sehr unterschiedlichen deutschen Dialekte (deutsche Mundarten) lange parallel nebeneinanderher.

Einen ersten Ansatz zu einem überregionalen Ausgleich der Mundarten hat man teilweise in der mittelhochdeutschen Dichtersprache der höfischen Dichtung um 1200 sehen wollen. In der Tat ist teilweise das Bemühen der Dichter zu erkennen, nur regional verständliches Vokabular und dialektale lautliche Besonderheiten zu vermeiden, um ein überregionales Verständnis ihrer Werke zu ermöglichen. Andererseits war die Breitenwirkung der an den Fürstenhöfen tätigen Dichter eher gering, da damals nur ein kleiner Teil der Bevölkerung lesen und schreiben konnte oder einen Zugang zu dieser elitären Kunst hatte. Der Beginn der neuhochdeutschen Schrift- und Standardsprache kann daher erst in überregionalen Ausgleichsprozessen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit gesehen werden.

Während die Standardsprache in den meisten europäischen Ländern aus dem Dialekt der jeweiligen Hauptstadt hervorgegangen ist, stellt die heutige hochdeutsche Sprache (Standardsprache) eine Art ?Kompromiss? zwischen den mittel- und oberdeutschen Dialekten südlich der sogenannten Benrather Linie dar.

In Norddeutschland hat das Standarddeutsche, vor allem im Gefolge der Reformation, als Amts- und Schulsprache das einheimische Niederdeutsche (Niedersächsische bzw. Plattdeutsche und Niederfränkische) sowie in Schleswig auch das Dänische und in Ostfriesland Friesische größtenteils verdrängt. Zur Blütezeit der Hanse fungierte das Mittelniederdeutsche als Verkehrssprache im nordöstlichen Nord- und gesamten Ostseeraum.

Die Bedeutung von Martin Luther (1483?1546) für die deutsche Sprachentwicklung sollte nicht überschätzt werden. Bereits um 1350 gab es Ansätze zu einer überregionalen Schriftsprache, die man in der Forschung Frühneuhochdeutsch nennt. Im donauländischen Bereich war eine relativ große Einheitlichkeit erreicht worden, urteilt Werner Besch, und Luther rückte die von ihm verwendeten, ostmitteldeutschen Formen an diese südlichen Dialekte heran. Er stand mitten im Strom der Entwicklung. Seine Bibelübersetzung war allerdings ein wichtiges Werk, das Vorbildcharakter hatte und durch seine weite Verbreitung jedermann ? vor allem jedem Lehrer ? zugänglich war.

Die Herausbildung der hochdeutschen Schriftsprache war im 17. Jahrhundert zum Großteil abgeschlossen. Durch die Beseitigung der sogenannten Letternhäufelung im 18. Jahrhundert wurde das seitdem in Grundzügen kaum veränderte deutsche Schriftbild abgerundet.

In den Niederlanden entwickelten flämische und brabantische Städte, wie war Niederländisch bis ins 19. Jahrhundert Unterrichtssprache.

Sprachgeschichte und Lautwandel

Die geschichtlichen Abschnitte des Deutschen sind eng verknüpft mit Erscheinungen des Lautwandels. Die sogenannte hochdeutsche Lautverschiebung, eine Erscheinung des Konsonantensystems, trennt das Deutsche (in Form des Althochdeutschen) von den restlichen kontinentalwestgermanischen Dialekten. Dieser Lautwandel wird von den niederdeutschen Dialekten nicht vollzogen; insofern ist die deutsche Standardsprache in ihrem Konsonantensystem vom Süden und der Mitte des Sprachgebiets bestimmt.

Der Übergang von Mittelhochdeutsch zu Frühneuhochdeutsch ist im Bereich der Laute vor allem durch Monophthongierung und Diphthongierung gekennzeichnet. Beide sind Erscheinungen des Vokalsystems. Während die Diphthongierung vom Südosten des Sprachgebiets ausgeht und im niederdeutschen Norden wie im alemannischen Südwesten nicht vollzogen wird, ist für die Monophthongierung der mitteldeutsche Sprachraum als Ausgangspunkt bestimmend.

Insgesamt beharrt der niederdeutsche Norden sowohl im Bereich der Konsonanten als auch im Bereich der Vokale auf altem Sprachzustand. Der alemannische Südwesten vollzieht nur die lautlichen Veränderungen im Bereich der Vokale nicht; der bairische Südosten trägt zur deutschen Sprache die Diphthongierung bei, vollzieht aber die Monophthongierung nicht.

Sprachstandardisierung

Die sächsische Kanzleisprache (auch Meißner Kanzleideutsch) entwickelte sich im Zeitalter des deutschen Humanismus. Sie bildete eine Voraussetzung für ein den Dialekten übergeordnetes, allgemeines Standarddeutsch, wie es Martin Luther in seiner Bibelübersetzung von 1522 verwirklichte. Als Gegenstück existierte die vom Kaiser seinen Beamten verordnete Maximilianische Kanzleisprache, die oberdeutsche Sprachgewohnheiten aufwies und sich in Form der Oberdeutschen Schreibsprache im heutigen Süddeutschland und in Österreich durchsetzte und dort bis ins 18. Jahrhundert verwendet wurde. Nach dem Siebenjährigen Krieg sah sich Maria Theresia jedoch gezwungen, die Sächsische Kanzleisprache auch im Süden des Reichs zur Standardsprache zu erklären.

Mit der Zunahme der Anzahl der Schreibkundigen und der Bedeutung der Schriftlichkeit trat der Lautwandel in seiner Bedeutung für die Sprachgeschichte zugunsten bewusster Normierung zurück. Als einer der wichtigsten Grammatiker des 18. Jahrhunderts gilt Johann Christoph Adelung, dessen 1774?1786 veröffentlichtes Wörterbuch großen Einfluss auf seine Zeitgenossen und die Lexikografie ausübte. Jacob und Wilhelm Grimm begannen 1852 mit der Herausgabe des umfassendsten Deutschen Wörterbuchs, das 1961 vollendet wurde, aber seither einer Überarbeitung unterzogen wird.

Die hochdeutsche , in der Abänderung oder Nichtabänderung von Eigennamen (z.?B. ''Göthe'' statt ''Goethe'', ''Bismark'' statt ''Bismarck''). Mit dem ?Buchdrucker-Duden? von 1903 wurde zudem speziellen Abänderungswünschen des Deutschen Buchdrucker-Vereins, des Reichsverbandes Österreichischer Buchdruckereibesitzer und des Vereins Schweizerischer Buchdruckereibesitzer Rechnung getragen.

1996, 2004 und 2006 kam es zu beeinflusst.

Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache

Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im Mittelalter und der Zeit davor war es vor allem die lateinische Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z.?B. ''Fenster, Karren, Keller, Kloster, Kampf'') aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die griechische Sprache hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z.?B. ''Kirche, Pfingsten, Demokratie, Krypta, Philosophie, Physik''). Teilweise verschwanden durch die Entlehnungen die zuvor gebräuchlichen Begriffe vollständig: ''Arzt, Mediziner'' und das umgangssprachlich verwendete ''Doktor'' verdrängten als Bezeichnung für den Heilkundigen beispielsweise schon frühzeitig die Begriffe ''Laachi'' oder ''Lachi'' und ''Bader''.

Seit dem späten Mittelalter wurde die deutsche Sprache in den Bereichen Handel, Finanzwesen (etwa ''brutto, netto, Konto, Risiko, Bankrott'') und Musik (etwa ''Piano, Cembalo, da capo, bravo!'') stark durch die italienische Sprache beeinflusst. Später war es dann vor allem die französische Sprache, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg an vielen Höfen Französisch gesprochen wurde und selbst preußische Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch, das nach Voltaire nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (etwa ''Boulevard, Konfitüre, Trottoir'').

Auch aus den slawischen Sprachen (beispielsweise ''Grenze, Gurke, Pistole''), dem Jiddischen und dem Rotwelsch (beispielsweise ''meschugge, Kaff, Schickse, Schlamassel, Zoff'') kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer.

In Handel ''(Magazin, Tarif, Tara)'', Botanik ''(Orange, Kaffee, Ingwer)'', Medizin ''(Elixier, Balsam)'', Mathematik ''(Algebra, Algorithmus, Ziffer)'', Chemie ''(alkalisch, Alkohol)'' und Astronomie ''(Almanach, Zenit, Rigel)'' lassen sich auch Einflüsse aus dem Arabischen ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die Kreuzzüge nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie ''Koffer, Benzin'' oder ''Limonade'' lassen sich arabische Einflüsse bzw. Ursprünge nachweisen.

Ab Mitte des 20.?Jahrhunderts verstärkte sich der Spracheinfluss des Englischen auf das Deutsche (siehe Anglizismen). Diese Entwicklung wird von manchen skeptisch betrachtet, insbesondere dann, wenn es genügend deutsche Synonyme gibt. Kritiker merken auch an, es handle sich oftmals (beispielsweise bei ''Handy'') um Scheinanglizismen.

Mitunter wird auch eine unzureichende Kenntnis der englischen Sprache für die Vermischung und den Ersatz bestehender deutscher Wörter durch Scheinanglizismen verantwortlich gemacht. So sprechen einer Studie der ung der englischsprachigen Originale mit deutschem Text erfolgen. Dies würde zugleich zu einer besseren Abgrenzung zwischen den Sprachen und einer Wahrung deutscher Sprachqualität beitragen.

Im Zuge des weltweiten Handels und des Imports von exotischen Früchten und Tieren sind auch Wörter aus ganz exotischen Sprachen mittlerweile gewöhnlicher Bestandteil des Alltages. So zählen beispielsweise zu den Tupi-Wörtern, die bis ins Deutsche gelangt sind, Piranha (?Zahn-Fisch?), Tapir, Kaschu (auch ''Cashew'' ?Nierenbaum?), Maracuja (?Pflanze, die Früchte gibt?), Maniok (?Haus der Göttin Mani?) und Carioca (?Bewohner des Hauses von Cari? = Einwohner von Rio de Janeiro nach dem Dorf Carioca, an dessen Stelle Rio erbaut wurde), ebenso Ananas (?gutriechende Frucht?) und Jaguar (?Dschungelhund?).

Einflüsse im 20. Jahrhundert

Auch im 20. Jahrhundert gab es starke Einflüsse auf die deutsche Sprache. Zum einen wurde durch die weite Verbreitung audiovisueller ? (Deutsch-Englisch).

Initiativen gegen den Einfluss fremder Sprachen

Die Bestrebungen, die deutsche Sprache nach Möglichkeit frei von Einflüssen aus fremden Sprachen zu halten, sind nicht neu. Während heute vielfach die in die deutsche Sprache einfließenden Anglizismen?? wie beispielsweise ''abchecken, Net, Charts, in 2004''?? in der Kritik stehen, galten die Abwehrversuche in der Vergangenheit vor allem den Einflüssen aus dem Altgriechischen, dem Latein und dem Französischen.

Verfechterin eines Schutzes der deutschen Sprache vor der Verfremdung (?Verwelschung?, ?Sprachverketzerung?) war im 17.?Jahrhundert besonders die ''Fruchtbringende Gesellschaft''. In dieser Zeit schuf man neue Ausdrücke, die zum Teil noch heute fester Bestandteil des deutschen Wortschatzes sind, wie beispielsweise ?Mehrzahl? (statt ''Numerus pluralis'' oder ''Pluralis''), ?Mundart? (statt ''Dialekt''), ?Verfasser? (statt ''Autor''), ?Wörterbuch? (statt ''Vocabularius, Dictionarium, Diktionär'' oder ''dictionnaire''), ?Jahrhundert? (statt ''Säkulum''), ?Anschrift? (statt ''Adresse''), ?Lehrsatz?, ?Staatsmann? und ?Briefwechsel?. Viele Wörter entstanden dabei als direkte Übersetzungen der lateinischen Wortstrukturen in sinngleichen Präpositionen und Wortstämmen althochdeutscher Herkunft (etwa ?Rückblick? statt ''Retrospektive''). Im Allgemeinen wurden die Latinismen aus dem Wortschatz aber nicht verdrängt, sondern sind als Synonyme erhalten. Im Gegensatz zu den Latinismen im Wortschatz der französischen oder englischen Sprache ist die Sinnherkunft vieler in dieser Zeit neugeprägten Wörter auch für Nicht-Lateiner erkennbar und semantisch zugänglich.

In anderen Fällen schoss man damals in der Absicht, fremdsprachliche Wörter durch neue deutsche zu ersetzen, aber über das Ziel hinaus. Zumindest konnten sich die folgenden Neubildungen nicht durchsetzen. So sollte ''Spiegel'' durch ?Schauglas? (das letztlich einen anderen Sinn erhielt), ''Pistole'' durch ?Meuchelpuffer?, ''Nase'' durch ?Gesichtserker? oder ''Mumie'' durch ?Dörrleiche? ersetzt werden, während die römische Göttin der Morgenröte ''(Aurora)'' in ''Rötinne'' und die Göttin der Liebe (''Venus'') in ''Lustinne'' umbenannt werden sollte. Allerdings ist umstritten, ob diese Götternamen wirklich ersetzt werden sollten. Sie könnten auch als bloße Erklärungen fungiert haben.

Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sorgte vor allem der ''Allgemeine Deutsche Sprachverein'', Vorgänger der ''Gesellschaft für deutsche Sprache'', für neue Wortschöpfungen. Manche von ihnen konnten sich?? insbesondere im Bereich des Straßen- und Schienenverkehrs?? durchsetzen oder wurden zumindest als Synonym angenommen: ?Landstraße? für ''Chaussee'', ?Schaffner? für ''Conducteur'', ?Fahrschein? für ''Billet'', ?Bahnsteig? für ''Perron'', ?Abteil? für ''Coupé'', ?Fernsprecher? für ''Telephon'', ?Umwelt? für ''Milieu'', ?Leitbild? für ''Ideal'', ?Kraftwagen? für ''Automobil'', ?Erdgeschoss? für ''Parterre'' sind Beispiele. Von den beiden vorgeschlagenen Alternativen für ''Elektrizität'' oder ''Electricität'' konnte sich ?Strom? behaupten, während ?Glitz? nicht den Gefallen der Bevölkerung fand. ?Elektrizität? blieb aber erhalten und wurde sprachlich mit dem neuen Synonym ?Strom? sogar in Begriffen wie ?elektrischer Strom? oder ?E-Strom? verbunden. Weitere dieser Wortneuschöpfungen des ausklingenden 19. und beginnenden 20.?Jahrhunderts sind neben vielen anderen: ?Strahlfang? für ''Empfangsantenne'', ?Nahrohr? für ''Mikroskop'', ?Glitzbetrieb? für ''Elektromotor'', ?Kraftwagenschuppen? für ''Garage'', ?Schneckel? für ''Spirale'', ?Zielung? für ''Tendenz''.

Verschriftlichung

Den Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit vollzog die deutsche Sprache zu einem großen Teil im Mittelalter. Die Sprache der Akten und Urkunden, der Rechtsbücher, der Geschichtsschreibung, der Wissenschaft überhaupt und der Poesie war die lateinische als lingua universalis. Nach und nach verfasste man Schriftstücke in deutscher Sprache. Dies begann mit den Zeugenlisten der Urkunden, welche deutsche Eigennamen enthalten. Die ersten entstanden im westfränkischen Gebiet und zwar im 7. Jahrhundert. Das erste deutsche Gedicht ist das Wessobrunner Gebet von ca. 790. Im 9. Jh. folgten erste größere Dichtungen in althochdeutscher Zunge wie der Heliand und Otfrieds von Weißenburg Evangelien-Harmonie. Erst im 12. Jh. begann eine reiche Entwicklung der deutschen Dichtung.<ref name=":1"></ref>

Obwohl die erste heute noch erhaltene Urkunde in deutscher Sprache, eine Schenkungsurkunde aus Augsburg, schon zwischen 1063 und 1077 erstellt wurde, nahm die deutsche Urkundensprache erst im ausgehenden 12. Jh. im Südwesten des Sprachgebiets ihren Anfang. Es handelt sich um Schiedssprüche, Kaufverträge, Schreinsurkunden. Die deutsche Urkundensprache nahm in den oberrheinischen und donauischen Gebieten ihren Ursprung und breiete sich nach Niederdeutschland aus, welches doch einige Jahrzehnte länger dem Lateinischen die Treue hielt. Grund dafür ist wohl, dass die mittelhochdeutsche Schriftsprache auf oberdeutschem Boden entstanden ist, darum empfanden es die Niederdeutschen als etwas Fremdes. Das erste deutschsprachige Reichsgesetz war der Mainzer Landfriede von 1235. Königsurkunden waren vor Friedrich III. (13. Jh.) fast ausschließlich lateinisch, schrittweise setzte sich das Deutsche durch und sie wurden unter Ludwig dem Bayern (15. Jh.) bereits häufig auf Deutsch verfasst.<ref name=":1" />

Im 14. und 15 Jh. kam es zu einem signifikanten Anstieg deutscher Belletristik, sowie Andachts- und Erbauungsbücher und schließlich zur ersten deutschen Bibelübersetzung. Reformatorische Schriften und die Evangelische Kirche im Allgemeinen wirkten wie ein Motor für die deutsche Schriftsprache. Einen kleinen Dämpfer erhielt das Deutsche durch den Humanismus, in dessen Dunstkreis ausschließlich auf Lateinisch geschrieben wurde. 1570 bildeten die auf Lateinisch verfassten Bücher noch 70 % aller in Deutschland gedruckten Bücher. Das lateinische Geschriebene wich gegen Ende des 17. Jh. hinter das deutsche zurück (ab 1692), als auch die Wissenschaft die deutsche Schriftsprache verwendete. Christian Thomasius hilet im Winter 1687/1688 eine deutsche Vorlesung an der Universität Leipzig und durch seinen Einfluss wurde die Universität Halle, wo er später seinen Lehrstuhl hatte, eine der ersten Universitäten mit deutscher Unterrichtssprache. Die Geschichtswissenschaft bediente sich im späten 17. Jh. mehrheitlich des Deutschen für ihre Schriftwerke, im 18. Jh. zogen die Philosophie und die Medizin nach. Am spätesten wurde die Rechtswissenschaft eingedeutscht, da hatte erst 1752 das Deutsche die größere Anzahl an Werken aufzuweisen.<ref name=":1" />

Um 1730 bildeten die lateinischen Schriften nur noch 30 % der Erscheinungen des Büchermarktes, ehe das Lateinische als Schriftsprache gegen 1800 so gut wie ausstarb.<ref name=":1" />

Varietäten

Der deutsche Sprachraum ist ein Teil des kontinental-westgermanischen Dialektkontinuums, in dem gewöhnlich benachbarte lokale Mundarten gegenseitig verständlich sind und die Unterschiede umso größer werden, je weiter voneinander entfernt zwei Mundarten gesprochen werden. Gemein ist dem gesamten deutschen Sprachraum nur die Standardsprache, die die Mundarten und regionalen Umgangssprachen überdacht und die ihrerseits mehrere Standardvarietäten umfasst. Die Unterschiede zwischen den Standardvarietäten sind jedoch relativ gering, während manche Mundarten im deutschen Sprachraum von anderen Mundartsprechern oder standarddeutschen Sprechern kaum verstanden werden.

Die Einteilung der deutschen Mundarten beruht auf Untersuchungen des 19.?Jahrhunderts. In gleicher Zeit begann vielerorts eine Herausbildung von Umgangssprachen als einer Art Mischform zwischen Standardsprache und Dialekt. Seit Mitte des 20.?Jahrhunderts, insbesondere nach den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges verdrängen die Umgangssprachen die alten Dialekte. Entscheidenden Einfluss darauf hatten die Flüchtlings<nowiki />ströme und vor allem die stark anwachsende Verbreitung von Hörfunk und Fernsehen; in den Schulen wurde in der hochdeutschen Standardsprache unterrichtet.

Standardvarietäten

Innerhalb der plurizentrischen deutschen Standardsprache werden als Standardvarietäten zum einen das bundesdeutsche, das österreichische und das Schweizer Standarddeutsch, zum anderen ? mit einem geringeren Grad an normativer Selbständigkeit ? das Standarddeutsch Belgiens, Südtirols, Liechtensteins und Luxemburgs unterschieden.

In Deutschland, Österreich, Südtirol und dem deutschsprachigen Teil Belgiens erfüllen die jeweiligen Varietäten des Standarddeutschen jeweils alle typischen Funktionen einer Standardsprache. In der Schweiz beschränkt sich die Verwendung der Schweizer Varietät des Standarddeutschen überwiegend auf den Bereich der Schriftsprache, Umgangssprache sind fast ausschließlich die schweizerdeutschen Dialekte. In Luxemburg existiert neben der luxemburgischen Form des Standarddeutschen eine eigenständige luxemburgische Standardvarietät, die einige der Funktionen einer Standardsprache erfüllt.

Der standardisierte Wortschatz, der in allen sieben nationalen Voll- und Halbzentren des deutschsprachigen Raumes identisch ist, wird als Gemeindeutsch bezeichnet. Dieser unvollständige Wortschatz des Gemeindeutschen kann jedoch keine eigene Sprachvarietät (noch weniger eine übergeordnete Hochsprache) generieren; er bildet aber den Grundstock jeder der sieben Varietäten des Standarddeutschen.

Dialekte

Eine Grobeinteilung der deutschen Dialekte erfolgt üblicherweise entlang der Benrather Linie in die niederdeutschen Dialekte im Norden, die die zweite deutsche Lautverschiebung nicht mitgemacht haben, und die hochdeutschen Dialekte im Süden, die von der zweiten deutschen Lautverschiebung betroffen sind.

Die hochdeutschen Dialekte lassen sich nochmals in mittel- und oberdeutsche Dialekte einteilen. Als (Sprach-)Grenze zwischen mittel- und oberdeutschen Dialekten wurde früher häufig die Karlsruher Linie (''euch/enk''-Linie an der Fränkisch-Bairischen und die ''mähe/mähet''-Linie an der Südfränkisch-Schwäbischen Dialektgrenze) angeführt. Heute wird allgemein die Speyerer (''Appel/Apfel''-Linie), für den Westen aber auch die dort fast gleich verlaufende Germersheimer Linie (''Pund/Pfund''-Linie) als Sprachgrenze zwischen Ober- und Mitteldeutsch angesehen.

In den meisten mittel- und oberdeutschen Varietäten ist die zweite hochdeutsche Lautverschiebung nur teilweise durchgeführt, so auch in den ostmitteldeutschen Varietäten, die zu einem großen Teil zur Herausbildung der Standardsprache beigetragen haben. Das Mittel- und Oberdeutsche variiert dabei vom Hoch- und Höchstalemannischen sowie dem bairischen Tirolerischen, die als einzige Varietäten die zweite deutsche Lautverschiebung vollständig durchgeführt haben, bis hin zu Ostbergisch und Mölmsch, wo allein das Wort ''ik'' zu ''ich'' (siehe auch Uerdinger Linie = äußerste Nordgrenze des Mitteldeutschen) verschoben ist. Im Allgemeinen wird jedoch die Benrather Linie ''(maken/machen)'' als Nordgrenze der hochdeutschen Varietäten angesehen

Als ''Niederdeutsch'' werden diejenigen Varietäten bezeichnet, in denen die zweite bzw. hochdeutsche Lautverschiebung nicht oder nur zu einem geringen Teil vollzogen worden ist. Das Niederdeutsche im eigentlichen Sinne (Niedersächsisch und Ostniederdeutsch) stammt vom Altsächsischen ab und wird in Norddeutschland und im Nordosten der Niederlande (dort unter der Bezeichnung ?nedersaksisch?) gesprochen. Von den Sprechern wird es strikt als eigenständige Sprache verstanden. Das Niederdeutsche hat im Rahmen der Sprachencharta des Europarats in Deutschland und den Niederlanden einen offiziellen Status als Regionalsprache erhalten. Zuvor hatten die deutschen Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen Niederdeutsch für einen Schutz gemäß Teil?III der Sprachencharta angemeldet.

Die auf das Altniederfränkische (Altniederländische) zurück.

Die Mundarten des Gebietes zwischen der ''Uerdinger Linie'' (''ik-/ich''-Linie) und der ''Benrather Linie'' (''maken-/machen''-Linie) (Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuss) weisen sowohl niederfränkische als auch mittelfränkische Züge auf und sind ein mundartliches Übergangsgebiet zwischen den mitteldeutschen-mittelfränkischen und den niederfränkischen Mundarten.

Die niederdeutschen und mittelfränkischen Mundarten werden umgangssprachlich zumeist als ''Platt'' oder ''Plattdeutsch'' bezeichnet.

Mischsprachen

Die Klassifizierung der Mischsprache Missingsch aus Hochdeutsch und Niederdeutsch ist unklar. Ähnlich ist es beim Petuh mit hochdeutschen, niederdeutschen, dänischen und südjütischen Sprachelementen. Das Südjütische mit starken Einflüssen der niederdeutschen Sprache und mit teilweise älteren nordischen Formen wird allgemein als Dialekt der dänischen Sprache eingestuft. Auch die im Norden Schleswig-Holsteins verbreitete dänische Varietät Sydslesvigdansk (Südschleswigdänisch) hat deutsche Einflüsse, ihre Klassifizierung als Dialekt, Variante des Reichsdänischen oder als Mischsprache ist noch nicht abgeschlossen.

Neben dem Missingsch und dem Petuh existieren auch weitere Mischsprachen der Niederdeutschen Sprache; hierbei handelt es sich vor allem um Mischungen mit dem Niederländischen und dem Friesischen, wie beispielsweise das Kollumerpompsters. Diese Mischsprachen werden gemeinhin als Dialekte des Niederdeutschen, des Niederländischen oder des Friesischen klassifiziert.

Die diversen ?Mischsprachen? in Nordamerika wie beispielsweise das Texasdeutsch sind Akzente oder Dialekte entweder der hochdeutschen oder der niederdeutschen Sprache.

Jedoch gibt es nicht nur Mischsprachen aus deutschen Varietäten und anderen germanischen Sprachen. Aus Deutsch und Niedersorbisch entstand das sogenannte Ponaschemu. Das Wasserpolnisch mit Elementen der deutschen Sprache bzw. der oberschlesischen Mundart wird teilweise als Dialekt des Polnischen, teilweise als eigene Sprache klassifiziert.

Das Jiddische, das nach überwiegender Auffassung ursprünglich auf das Mittelhochdeutsche zurückgeht, sich jedoch vor allem unter slawischen und hebräischen Einflüssen eigenständig weiterentwickelt und eine eigene Schriftsprache ausgebildet hat, wird in der Sprachwissenschaft im Allgemeinen als eigenständige Sprache betrachtet.

Unklar ist der Status des in Schlesien noch von etwa 100 älteren Menschen gesprochenen Wymysörisch (Wilmesau-Deutsch).

Kreolsprachen auf deutscher Grundlage

Im Zuge der Kolonialisierung entstand im heutigen East New Britain (in Papua-Neuguinea) das sogenannte Unserdeutsch, eine deutschbasierte Kreolsprache, in Namibia entstand daneben noch das Küchendeutsch, eine Pidginsprache. Unserdeutsch ist jedoch mittlerweile fast ausgestorben, da die meisten Sprecher auswanderten. Außerdem haben sich in Papua-Neuguinea bis zu 150 Wörter deutschen Ursprungs in der Sprache ''Tok Pisin'' erhalten. Das Küchendeutsch hingegen hat heute noch etwa 15.000 ??zumeist ältere?? Sprecher.

In den : ''Sprache in nationalsozialistischen Konzentrationslager. Theorie und Empirie der ?Lagerszpracha?''. Auf: Zukunft braucht Erinnerung, abgerufen am 2. August 2019.</ref>

Ebenso wie andere Pidgin- und Kreolsprachen sind Unserdeutsch und Küchendeutsch aus sprachwissenschaftlicher Sicht als eigenständige sprachliche Systeme zu betrachten.

Verbreitung und rechtlicher Status

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Sieben Staaten und Territorien, die Deutsch als eine ihrer Amtssprachen führen, sind im Rat für deutsche Rechtschreibung organisiert. Darüber hinaus findet seit 2004 ein alljährliches informelles Treffen der Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder statt.

Geographische Eckdaten des Sprachraumes

Den westlichsten Punkt des geschlossenen ''deutschen Sprachraumes'' in Mitteleuropa, in dem Deutsch bzw. ein deutscher Dialekt die gegenwärtige Umgangssprache ist, stellt die Gemeinde Rambruch in Luxemburg dar. Genau 850?km östlich befindet sich mit der österreichischen Gemeinde Deutsch Jahrndorf im Burgenland dessen östlichster Punkt. Im Norden markiert die deutsche Gemeinde List auf Sylt das Ende des Sprachraumes, welche nahezu exakt 1005?km nördlich ihres Gegenstückes, der Schweizer Gemeinde Zermatt am Matterhorn, liegt.

Deutsch als Muttersprache

Sprecheranzahl

Seit Anfang der 1990er Jahre wird die Anzahl der deutschen Muttersprachler mit rund 90 bis 100 Millionen weltweit angegeben.
  • Die Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe bzw. die Mutter- oder Zweitsprache von Menschen wird in den meisten Ländern nicht statistisch erfasst und kann daher nur (oft ungenau) extrapoliert werden. Des Weiteren können bei stattfindenden Erhebungen bilinguale Menschen (d.?h. mit zwei Muttersprachen) oft nur eine Angabe machen.
  • Die Zugehörigkeit einiger (oft sprecherstarker) Varietäten zur deutschen Sprache, d.?h. zur Dachsprache Deutsch, ist umstritten oder hat sich in der jüngeren Geschichte geändert (z.?B. Elsässisch, Luxemburgisch und Limburgisch).
  • Bei zahlreichen Angaben wird zwischen Muttersprachlern und Zweitsprachlern (z.?B. viele Menschen mit Migrationshintergrund in den deutschsprachigen Ländern) nicht differenziert, sondern lediglich deren Summe oder aber nur Ersteres angegeben.

.

Geographische Verbreitung und Sprecherzahlen
Vereinigte Staaten

Heute wird Deutsch in den Vereinigten Staaten von Amerika von etwa 1,5?Millionen Menschen gesprochen.

Einer Hochrechnung des U.S. Census Bureau auf der Grundlage des American Community Survey von 2007 zufolge ist es Heimsprache von 1.104.354 Einwohnern der Vereinigten Staaten und liegt damit an siebter Stelle unter den meistgesprochenen Sprachen.<ref name="Census" />

Dass Hochdeutsch beinahe Amtssprache der Vereinigten Staaten geworden wäre, ist ein Gerücht, das auf eine Fehlinterpretation zurückzuführen ist (Muhlenberg-Legende). Tatsächlich bezog sich dieses Gerücht auf den gescheiterten Versuch, Gesetzestexte im Staat Virginia in Zukunft auch auf Deutsch veröffentlichen zu lassen.

Allerdings stellen die Deutschen wohl insgesamt, je nach Rechnungsweise, die zahlenmäßig bedeutendste oder zweit-bedeutendste Gruppe von Vorfahren der heutigen Bevölkerung der USA dar, um den ersten Platz mit Nachfahren von Einwanderern von den britischen Inseln (Engländern, Schotten, Kymren, Iren ? je nachdem, ob diese zusammengerechnet werden, oder nicht, und wer als Deutscher gilt; siehe Census) konkurrierend.

Deutsch als Fremdsprache

Die Bezifferung der Fremdsprachler der deutschen Sprache weltweit beruht auf sehr vagen Schätzungen. Die mit gut 16?Millionen geringste genannte Anzahl basiert auf einer Erhebung der ''Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache'' des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und des beherrschen, ebenso unrealistisch wie entgegengesetzte Extremzahlen von mehreren 100 Millionen. Die von der ''Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache'' genannte Zahl ist allenfalls geeignet, die Anzahl derjenigen zu beziffern, die Deutsch im Ausland in erfassten Bildungseinrichtungen als Fremdsprache erlernen und schließt mithin nicht diejenigen ein, die auf anderem Wege ??z.?B. durch ?direkte Berührung? in den deutschsprachigen Ländern und angrenzenden Regionen (u.?a. Gastarbeiter) oder durch Kurse (Universitäten, Volkshochschulen usw.)?? die deutsche Sprache erlernt haben.

Allein schon für den Bereich der Europäischen Union wurde im Mai bis Juni des Jahres 2005 durch das Eurobarometer eine Anzahl von rund 55 Millionen EU-Bürgern (12 Prozent) ermittelt, die Deutsch als Fremdsprache beherrschen, darunter rund 6?Millionen in Deutschland, in einer zweiten Erhebung des Eurobarometers von November bis Dezember 2005 sind es 14 Prozent<ref name="autogenerated1" /> (siehe auch Kurzfassung in Amtssprachen der Europäischen Union). Unter Berücksichtigung einer Gesamtbandbreite aus Standardabweichung und Wahrscheinlichkeit ist von einer Anzahl zwischen 50 und 60 Millionen innerhalb der EU auszugehen. Nicht inbegriffen in diese Zahl sind unter anderen die Fremdsprachler der deutschen Sprache in der Schweiz (mehr als 2?Millionen), in Russland (nach Schätzungen könnten es 10?Millionen oder mehr sein, nach Angabe der ''Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache'': knapp 5?Millionen), in Ländern außerhalb der EU, in denen ehemalige Gastarbeiter und ihre Familien leben (Türkei, Ex-Jugoslawien).

Deutsch wird in vielen Ländern als Fremdsprache gelehrt. Die Lehr- und Lernmittel enthalten das Standarddeutsch der Schweiz, Österreichs oder Deutschlands.

In Europa ist die deutsche Sprache nach Englisch und Russisch als Fremdsprache am weitesten verbreitet. Besonders häufig wird Deutsch als Fremdsprache in den ).

Deutsch war im Jahr 2002 die nach Englisch am meisten verwendete Sprache im Internet (gefolgt von Französisch, Japanisch, Spanisch und Chinesisch). Etwa 7,7 Prozent aller Seiten im Internet waren damals auf Deutsch (Internetseiten auf Englisch: etwa 50 %).

Nach einer Erhebung der ''Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache'', der u.?a. das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut angehören, gab es 2000 die meisten Deutschlerner in:

  • Russland: 4.657.500 (3,26 %) (nach Schätzungen bis über 10 Millionen)
  • Polen: 2.202.708 (5,70 %) (nach Eurobarometer rund 7 Millionen)
  • Frankreich: 1.603.813 (2,52 %) (nach Eurobarometer rund 4 Millionen)
  • Tschechien: 799.071 (7,80 %) (nach Eurobarometer rund 3 Millionen)
  • der Ukraine: 629.742
  • Ungarn: 629.472 (nach Eurobarometer rund 3,5 Millionen)
  • Kasachstan: 629.874
  • den Niederlanden: 591.190 (nach Eurobarometer: etwa 11 Millionen)
  • den Vereinigten Staaten: 551.274 (nach einer Gallup-Studie rund 7,5 Millionen)

Für siehe auch http://hd-campus.tv/video/Von-Afrika-nach-Deutschland/4bcc45d25efa9edb9cceb5fbc952d6a1</ref>

In Usbekistan erlernen gut 50 Prozent der rund 1,2 Millionen Schüler des Landes Deutsch,

Nach Darstellung der Eurobarometer-Umfrage 2006 ist unter den Europäern Deutsch zusammen mit Französisch die zweithäufigst gesprochene Fremdsprache. Mehr als jeder dritte Europäer spricht Englisch (38 %) und jeder siebte Deutsch (14 %) als Fremdsprache. Vor allem in den Niederlanden (wo ungefähr 87 % der Bevölkerung über Englisch-, 70 % über Deutschkenntnisse verfügen), in der Slowakei, in Ungarn, Tschechien, aber auch Polen, Estland, Dänemark, Schweden, Kroatien, Slowenien ist die Kenntnis der deutschen Sprache weit verbreitet; in diesen Ländern liegt der Anteil der Bevölkerung mit Deutschkenntnissen bei rund 20 bis rund 55 Prozent.

Im Einzelnen sprechen nach dieser Angabe Deutsch als Fremdsprache:
  • in den Niederlanden rund 11 Millionen (66 Prozent der Gesamtbevölkerung)
  • in Dänemark rund 3 Millionen (54 Prozent)
  • in Slowenien knapp eine Million (45 Prozent)
  • in Kroatien rund 1,5 Millionen (33 Prozent)
  • in Tschechien rund 3 Millionen (31 Prozent)
  • in Schweden rund 2,5 Millionen (28 Prozent)
  • in der Slowakei rund 1,5 Millionen (28 Prozent)
  • in Belgien rund 2,5 Millionen (25 Prozent)
  • in Polen rund 7 Millionen (19 Prozent)
  • in Estland rund 0,2 Millionen (18 Prozent)
  • in Finnland knapp eine Million (17 Prozent)
  • in Ungarn rund 1,5 Millionen (16 Prozent)
  • in Deutschland rund 6 Millionen (7 Prozent)
  • in Frankreich rund 4 Millionen (7 Prozent)
  • im Vereinigten Königreich rund 3,5 Millionen (6 Prozent)
  • in der Türkei rund 3 Millionen (4 Prozent)
  • in Italien rund 2,5 Millionen (4 Prozent)

Deutsch in internationalen Organisationen

Europäische Union

Deutsch ist eine von 24

Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU wird Deutsch die am meisten gesprochene Sprache in der Europäischen Union sein. Dies könnte auch zu einer größeren Bedeutung des Deutschen in den EU-Institutionen führen.

Vereinte Nationen

In der UNO ist Deutsch keine Amts- respektive Arbeitssprache. Eine Sonderstellung gegenüber den anderen Nicht-Amtssprachen besteht darin, dass seit 1975 der Deutsche Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen für wichtige offizielle Dokumente deutsche Versionen erstellt. Finanziert wird der Dienst, der in das UN-Sekretariat eingegliedert ist, von einem Treuhandfonds, den Deutschland, Liechtenstein, Österreich und die Schweiz mit Beiträgen fördern.

Die Weltorganisation für geistiges Eigentum, eine Behörde der Vereinten Nationen, verwaltet den Vertrag über die Internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens, kurz PCT genannt. Im Rahmen des PCT ist Deutsch, neben Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch, eine der Sprachen, in der Patentanmeldungen eingereicht werden können.

Internationale Institutionen

Zu den wichtigsten internationalen Institutionen (außerhalb der EU), welche Deutsch zu ihren offiziellen Sprachen zählen, gehören unter anderem:

Sprachstruktur

Aussprache

Alphabet

Das deutsche Alphabet ist diejenige Variante des lateinischen Alphabets, die zur Schreibung der deutschen Sprache verwendet wird. Im heutigen standardisierten Gebrauch umfasst es die 26 Grundbuchstaben des lateinischen Alphabets zuzüglich der drei Umlaute (Ä, Ö, Ü). In Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie den deutschsprachigen Minderheiten in Belgien, Dänemark (Nordschleswig), Italien (Südtirol) und Polen (Oberschlesien) kommt das Eszett (ß) (auch ?scharfes S? genannt) hinzu, in der Schweiz und in Liechtenstein jedoch nicht mehr.

Rechtschreibung

Grammatik

Die deutsche Sprache hat im Vergleich mit anderen germanischen Sprachen ein reiches System von Wortformen (Flexion) bewahrt, in einem Ausmaß wie sonst nur das Isländische. Deutsch unterscheidet drei Genera (grammatische Geschlechter) bei Substantiven, mit denen die Formen der begleitenden Artikel und Adjektive übereinstimmen müssen, ferner an allen drei Wortarten vier Kasus und zwei Numeri (Einzahl und Mehrzahl). Ungewöhnlich ist die zusätzliche ?stark/schwach?-Flexion der Adjektive, die anzeigt, welche Art von Artikel vorausgeht. Deutsch markiert Formen für Tempus, Person und Modus am Verb und nutzt Hilfsverben zum Ausdruck weiterer grammatischer Kategorien. Verben erscheinen mit einem reichen System an Präfixen, Partikeln und anderen Elementen, die zusammengesetzte Verben ergeben. Typisch für das Deutsche ist auch eine hohe Anzahl von Präpositionen und ein reiches Inventar an Abtönungspartikeln (halt, eben, eh).

Erbwörter, Lehnwörter und Fremdwörter

Erbwörter sind diejenigen Lexeme, die seit der Zeit des Protogermanischen ununterbrochen Teil des Wortschatzes derjenigen germanischen Varietäten gewesen sind, aus denen sich das heutige Deutsche entwickelt hat. Einen großen Teil dieser Wörter hatte das Protogermanische seinerseits aus dem Protoindogermanischen/Protoindoeuropäischen ererbt.

Zu den Erbwörtern gehören Wörter wie ''zwei, Zaun, hundert, Liebe, Zahn'' oder ''Vieh''. Lehn- und Fremdwörter entstammen nicht dem germanischen Grundstock, sondern sind in die deutsche Sprache gelangt. Die meisten dieser Worte stammen aus anderen indogermanischen/indoeuropäischen Sprachen. Dabei sind Fremdwörter im Gegensatz zu Lehnwörtern an der Betonung, der Schreibweise oder der Aussprache als ?fremd? erkennbar. Beispiele für Lehnwörter aus dem Lateinischen sind ''Fenster, Wein, Straße, Ziegel'' oder ''Rettich'', während ''Pfaffe, Kirche, Graf, Meter'' und ''Thron'' altgriechischen Ursprungs sind. Einige Lehnwörter hat das Deutsche aus dem Hebräischen übernommen, wie z.?B. ''dufte'' (aus ????, gut) oder ''Pleite'' (aus ????, Flucht).

Fremdwörter altgriechischer Herkunft sind ''Biologie, Theologie, Mathematik, Apotheke, Arktis, Historie, Chronometer, Demokratie'' oder ''Arithmetik''. Fremdwörter italienischer Herkunft sind beispielsweise ''Bilanz'' und ''Melone''; aus dem Französischen stammen ''Garderobe, Toilette'' und ''Pissoir''.

Die allermeisten Lehn- und Fremdwörter in der deutschen Sprache sind ihrerseits indogermanischen Ursprungs. So gehen ''Bruch'' und ''Fraktur'' auf ein und dasselbe indogermanische Wort zurück. Während ''Bruch'' ein germanisches Erbwort ist, entstammt ''Fraktur'' (oder ''Fraktion'' sowie ''Fragment'') dem Lateinischen. Ähnlich verhält es sich mit dem Erbwort ''Joch'' und dem indischen Fremdwort ''Yoga''.

Bewertungsfragen

Deutsch als Amtssprache

.'' Kommentar von Alexander Graf Lambsdorff, 15. Dezember 2014.</ref>

Einer repräsentativen YouGov-Umfrage zufolge würden es 59 Prozent der Deutschen begrüßen, wenn die englische Sprache in der gesamten Europäischen Union den Status einer Amtssprache erlangen würde.

Im Zusammenhang mit der Forderung, Deutschland müsse eine bessere s vom 28. Januar 2012 ? 2 AZR 764/08.</ref>

Vermeidung der deutschen Sprache

Im Zuge der Globalisierung besteht ein Trend darin, die Verwendung der deutschen Sprache im deutschen Sprachraum zu vermeiden. Dies trifft nicht nur auf Formen der mündlichen oder schriftlichen Kommunikation zu, bei denen einer der Beteiligten die deutsche Sprache nicht (hinreichend) beherrscht bzw. bei denen das von vornherein vermutet wird, sondern auch auf Situationen, in denen der Adressat der Kommunikation des Deutschen mächtig ist. Das trifft auf genormte Situationen wie den Funkverkehr in der Luftfahrt zu, aber auch auf weite Bereiche der Kulturwirtschaft. Lange Zeit war es z.?B. in Deutschland verpönt, Lieder, die nicht den Genres Schlager oder Volksmusik angehören sollten, auf Deutsch zu singen.

Einen Sonderfall stellen Opfer des Nationalsozialismus dar, die sich weigern, Deutsch zu sprechen oder zu schreiben, selbst wenn sie diese Sprache in ihrer Kindheit oder Jugend erlernt haben. Deutsch sei eine Sprache, die lange Zeit eher ?gebellt? als gesprochen worden sei. ?Ganz Europa hat das deutsche Gebell gehört, es hat sich tief in das Gedächtnis der Völker eingegraben.?, meint Jürgen Trabant.

?Schutz? der deutschen Sprache

Eine aktive Sprachpolitik, wie sie unter anderem in Frankreich und Island betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20.?Jahrhunderts nicht mehr statt. Gleichwohl gibt es auch heute noch im deutschen Sprachraum Sprachpfleger, die sich bemühen, die deutsche Sprache vor ?Sprachpanschern? zu schützen. So wurde Günther Oettinger, seinerzeit Ministerpräsident von Baden-Württemberg, 2006 für seine Äußerung ?ausgezeichnet?: ?Englisch wird die Arbeitssprache. Deutsch bleibt die Sprache der Familie und der Freizeit, die Sprache, in der man Privates liest.?

Sprachbeispiel

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:
?Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.?

Textsammlungen

Beim Projekt Gutenberg-DE gibt es Texte von über 1000 Autoren. Wikisource enthält mehr als 9300 deutschsprachige Werke.

Siehe auch

Literatur

Wörterbücher
Zum deutschen Wortschatz (Erb-, Lehn- und Fremdwörter)
  • Harald Wiese: ''Eine Zeitreise zu den Ursprüngen unserer Sprache. Wie die Indogermanistik unsere Wörter erklärt.'' Zweite Auflage. Logos Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8325-1601-7.
Sprach- und Mundartenkarten
  • Werner König: ''dtv-Atlas Deutsche Sprache.'' 7. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011, ISBN 978-3-423-03025-0 (noch auf dem Stand der 1. Auflage von 1978)
Zur Geschichte
  • Ulrich Ammon: ''Die Stellung der deutschen Sprache in der Welt''. De Gruyter, Berlin und New York 2015, ISBN 978-3-11-019298-8.
  • (Hg.): ''Sprache'' (''Heidelberger Jahrbücher'', Bd. 53). Springer, Berlin und Heidelberg 2009, e-ISBN 978-3-642-00342-4, S. 59?106.
  • Wolfgang Krischke: ''Was heißt hier Deutsch? Kleine Geschichte der deutschen Sprache''. C.?H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59243-0 (allgemeinverständliche Darstellung).
  • Peter von Polenz: ''Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.'' Band I: ''Einführung, Grundbegriffe, 14. bis 16. Jahrhundert.'' Zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin und New York 2000, ISBN 3-11-012458-0.
  • Peter von Polenz: ''Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.'' Band II: ''17. und 18. Jahrhundert.'' Zweite Auflage. De Gruyter, Berlin und New York 2013, ISBN 978-3-11-031454-0.
  • Peter von Polenz: ''Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.'' Band III: ''19. und 20. Jahrhundert.'' De Gruyter, Berlin und New York 1999, ISBN 3-11-016426-4.
  • Peter von Polenz: ''Geschichte der deutschen Sprache.'' Zehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. De Gruyter, Berlin und New York 2009, ISBN 978-3-11-017507-3.
Zur Sprachentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik
  • Theodor Constantin: ''Plaste und Elaste: ein deutsch-deutsches Wörterbuch''. Mit Zeichnungen von Titus. Edition Jule Hammer, Haude & Spener, Berlin 1983, ISBN 3-7759-0249-X.
Zu Sprachkontakten der deutschen Sprache
  • Johannes Bechert, , Darmstadt 1991, ISBN 3-534-03266-7.
  • Csaba Földes: ''Kontaktdeutsch. Zur Theorie eines Varietätentyps unter transkulturellen Bedingungen von Mehrsprachigkeit.'' Gunter Narr, Tübingen 2005, ISBN 3-8233-6160-0.
  • Claudia Maria Riehl: ''Sprachkontaktforschung.'' Narr, Tübingen 2004, ISBN 3-8233-6013-2.
  • Uriel Weinreich: ''Languages in contact. French, German and Romansh in twentieth-century Switzerland.'' Benjamins, Amsterdam 2011, ISBN 978-90-272-1187-3.

Weblinks

Einzelnachweise